von Anja Michaeli

Oldenburg. Wieder einmal hat Oldenburg die Nase ganz weit vorne. Leider jedoch kein Grund zur Freude. In dieser Woche veröffentlichte das Verbraucherportal www.preisvergleich.de Umfrageergebnisse über Deutschlands größte Stromverschwender, Oldenburg steht auf Platz 2. Aus 120 Städten wurden rund 120 000 Stichproben bei Strom-Vertragsabschlüsse von 2009 bis 2011 ausgewertet. Bürgerinnen und Bürger aus 24 Städten sind demnach Stromverschwender.

Im Durchschnitt verbrauchen die Deutschen jährlich 1852 kWh Strom pro Kopf. Mit einem Verbrauch von 2037 kWh zählt Niedersachsen zu den stärksten Verbrauchern (Das Saarland steht im Ranking auf Platz 1). Die Landeshauptstadt Hannover liegt mit 2093 kWh sogar noch über diesem Wert, laut Pressemitteilung. Die zweiverschwenderischste Stadt Deutschlands ist demnach Oldenburg mit 2266 kWh Pro-Kopf-Stromverbrauch – gefolgt von Osnabrück. Als trauriger Sieger steht Aschaffenburg in der Wertung. Platz 16 – und damit der wahre Sieger – ist das Land Thüringen (1424 kWh) und die Städte Erfurt und Gera. Im Mittelfeld finden sich die Bürger der Städte mit dem höchsten durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen wieder. Dazu gehören beispielsweise die Bewohner von Frankfurt am Main, Hamburg, München oder Stuttgart. (Das Ranking zeigt lediglich eine Tendenz auf.)

„Diese Studie ist für die Stadt erneut Anlass, durch strategische Konzepte – wie etwa das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (InEKK) und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit – weitere Anreize für mehr Umweltbewusstsein in Oldenburg zu schaffen. Der Grundsatzbeschluss zum InEKK ist soeben im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen ohne Gegenstimme von der Politik beschlossen worden. Am 27. Februar steht es im Rat zur Abstimmung”, so Pressesprecher Andreas van Hooven. Zur Ehrenrettung Oldenburgs sei noch bemerkt, dass die Stadt zumindest eine große Menge regenerativ erzeugten Strom von außen importiert. „Bundesweit lagen wir dabei in den Top 10“, so Oberbürgermeister Gerd Schwandner. Außerdem würden weitere relevante Mengen durch Solaranlagen innerhalb der Stadtgrenzen ab diesem Jahr erzeugt werden.

Stromverschwender

Stromverschwender.
Foto: Privat

In Sachen CO2 können die Oldenburger leicht einen Sparkurs fahren: Ein neuer CO2-Rechner ist online. Und wie die Stadtverwaltung mitteilt: Transparenz hilft sparen. Unter www.oldenburg.de/co2rechner können die Bürgerinnen und Bürger die Klimaverträglichkeit ihres alltäglichen Verhaltens ermitteln. Unter der Angabe von Daten zu Heizwärme- und Stromverbrauch, zu Konsum-, Ernährungs- und Mobilitätsgewohnheiten erhalten Interessierte eine übersichtliche Auswertung ihrer individuellen Klimabilanz und einen Vergleich mit dem bundesweiten Durchschnitt.