Oldenburg. Nachdem bereits am 1. November die ersten Asylbewerber/innen die neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Fliegerhorst, Gaußstraße, bezogen haben, steht nun auch ein Betreiber fest: die Firma European Homecare GmbH aus Essen.
Mittlerweile wohnen dort 76 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Iran, Libanon und der Türkei in den beiden Häusern. Dabei handelt sich um Familien, alleinreisende Frauen und Männer sowie um Frauen mit überwiegend kleineren Kindern. Menschen aus der Nachbarschaft haben in der Adventszeit zahlreiche Spenden, wie warme Bekleidung und Spielsachen für die Kinder abgegeben. Im Frühjahr soll auf dem Gelände die Außenanlagen, insbesondere mit einem Spielplatz und einer Ballspielfläche für Kinder, ausgebaut werden. Zum guten Miteinander beigetragen hat sicherlich auch die Initiierung eines „Runden Tisches“ zum beständigen Austausch zwischen den Flüchtlingen und der Nachbarschaft sowie den Flüchtlingsorganisationen unter der Federführung der Stadt, sagt Stadträtin und Sozialdezernentin Dagmar Sachse. In der Gemeinschaftsunterkunft an der Gaußstraße sollen bis zu 160 Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland und einem kurzen Aufenthalt in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Braunschweig oder Friedland bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag vorübergehend ihre neue Heimat finden.
Vertreter des neuen Betreibers haben am 19. Dezember unmittelbar nach der Zuschlagserteilung die ersten Vorgespräche zur Übernahme vor Ort geführt, teilt die Stadtverwaltung mit. „Die Stadt ist sehr zuversichtlich, mit dieser in der Flüchtlingsbetreuung sehr erfahrenen Firma einen kompetenten Partner gefunden zu haben“, so Sachse. Die European Homecare GmbH betreue und versorge mit ihren nach eigenen Angaben rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und bis zu 20 vergleichbare Einrichtungen im Bundesgebiet sowie im benachbarten Ausland.
Noch einmal betont die Stadt Oldenburg, dass eine dezentrale Unterbringung wegen der Wohnungsmarktsituation nicht realisierbar sei. Oldenburg muss 2012 rund 350 weitere Flüchtlinge unterbringen. Daher wird weiterhin nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Haus- und Wohnungseigentümer werden erneut darum gebeten, der Stadt freiwerdende Wohnungen oder Wohnraum anzubieten. Die Stadt tritt als Mieter und Vertragspartner auf. Interessierte Haus- und Wohnungseigentümer können sich telefonisch unter 0441 / 235-2257 oder per E-Mail an soziales@stadt-oldenburg.de an die Wohnungsvermittlungsstelle des Sozialamtes wenden.


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